Kassel hat ein Nazi-Problem

11. Mai 2022

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Nachdem lange Zeit versucht wurde, die Präsenz einer neofaschistischen Szene in der Stadt klein zu reden, wird Kassel seit vier Wochen sichtbar mit dem Problem konfrontiert.

Schon Mitte April hat die VVN-BdA mit Sorge auf zunehmende Nazischmierereien reagiert. Damals hatte die Polizei noch eine Verbindung zu Symboliken hergestellt, die aus ganz Zusammenhängen stammten. Nun hat die Friedhofsverwaltung Alarm geschlagen, wie der Lokalpresse zu entnehmen ist. Auf dem Hauptfriedhof und in dessen Umfeld wurden in den vergangenen Tagen immer wieder Hakenkreuze, NS-Symbole, antisemitische Schriftzüge sowie weitere Schmierereien auf einer Gedenktafel, Wegen, Bänken und an Betriebsgebäuden hinterlassen. Am Wochenende zwischen dem 29. April und dem 1. Mai haben die Täter auf die Gedenktafel des Bombenopferfeldes einen durchgestrichenen Judenstern und den Schriftzug „Scheiß Jude“ geschmiert. Nachdem der Stein aus Muschelkalk gereinigt worden war, wurden wenige Tage später erneut die Buchstaben „NS“ aufgebracht.

Eine solche Reihe von Schmierereien auf „Einzeltäter“ zurückzuführen, verbietet sich von selbst. Ob es sich bei den Tätern um militante Neonazis oder um Jugendliche, die sich über Maßnahmen der Friedhofsverwaltung geärgert haben, handelt, dürfte ebenfalls egal sein.

Wir erwarten eine ernsthafte Verfolgung dieser Straftaten. Gleichzeitig sollten wir gemeinsam deutlich machen: In dieser Stadt ist kein Raum für Neofaschismus, Antisemitismus und Rassismus.  

120 Menschen erinnerten in Kassel an den „Tag der Befreiung“

9. Mai 2022

Viel mehr Teilnehmer als erwartet, fanden sich am Sonntag am Ehrenmal für die Opfer des Faschismus zur Erinnerung an den 8.Mai 1945, dem Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg, ein, so dass eine größere Gruppe vor dem Mahnmal der Veranstaltung folgen musste. Eingeladen hatten der DGB Kreisverband Kassel Stadt und Land, das Kasseler Friedensforum, die Naturfreunde Kassel und die VVN-BdA Kreisvereinigung Kassel. Im Aufruf und den Beiträgen unterstützten alle Rednerinnen und Redner die Forderung der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano: „Der 8. Mai muss ein Feiertag werden!“
Das politische Vermächtnis der damaligen Zeit „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ und die Notwendigkeit des Erinnern angesichts des Krieges in der Ukraine wurde überzeugend entwickelt. Ulrich Schneider (VVN) kritisierte mit Verweis auf die Debatte um sowjetische Gedenkorte alle Versuche der „Abwicklung“ der Erinnerung an den faschistischen Vernichtungskrieg und die damit verbundenen Verbrechen. Jenny Huschke (DGB) machte ihre Ablehnung von Rüstungsexporten in die Ukraine und die geplante Hochrüstung in einer emotionalen Ansprache deutlich. Die Lasten solcher Politik müssten insbesondere die arbeitenden Menschen auch in unserem Land tragen. Rolf Wekeck (Naturfreunde) erinnerte in einem biographischen Rückblick an Paula Lohagen, für die in Kassel auch ein Stolperstein liegt. Die Schauspielerin Valeska Weber trug drei Texte zum historischen Faschismus, zur heutigen Wirklichkeit von Kriegsflüchtlingen und die Ansprache von Esther Bejarano zum 8. Mai 2021 in eindrucksvoller Weise vor. Silvia Gingold (Kasseler Friedensforum) hatte zuvor in ihrer Anmoderation aus den Erinnerungen ihres Vaters zitiert, der den 8.Mai 1945 als „Morgenrot der Menschheit“ bezeichnet hatte.
Zum Abschluss legten die Teilnehmenden Blumen zum Gedenken aller Opfer von Faschismus und Krieg auf das Dornenkranz-Mahnmal.

8. Mai 1945 – 2022

30. April 2022

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77. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg

Der 8. Mai 1945 ist und bleibt für uns der Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg; auch vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine. Wir erinnern am 8. Mai an den Beitrag aller Kräfte der Anti-Hitler-Koalition für die Befreiung Deutschlands.

Vor zwei Jahren forderte die Auschwitz-Überlebende und inzwischen verstorbene Esther Bejarano:
„Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig, seit sieben Jahrzehnten. … Am 8. Mai wäre dann Gelegenheit, über die großen Hoffnungen der Menschheit nachzudenken: Über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – und Schwesterlichkeit.“ Dieser Appell ist für uns gerade in der heutigen Zeit aktuell.

Der 8. Mai steht für uns auch für ein Erinnern an das politische Vermächtnis der Überlebenden und an den antifaschistisch-demokratischen Neubeginn in unserem Land.

Nie wieder Krieg bedeutet für uns auch, dass wir uns gegen eine weitere Hochrüstung unseres Landes einsetzen. Wir wenden uns vehement gegen die Schaffung eines Sondervermögens von 100 Mrd. € für Rüstungsausgaben. Diese Gelder benötigen wir dringend für Investitionen in unsere Zukunft, damit wir auch morgen noch sicher und in Gemeinschaft leben können und die Grundlagen dafür erhalten bleiben; sprich in Klimaschutz und eine sozial-ökologischen Umgestaltung unseres Lebens und der Wirtschaft, in soziale Arbeit und in gute Bildung für alle, in Unterstützung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine und anderen Regionen der Erde, in ein gutes Gesundheitswesen und eine gute öffentliche Daseinsvorsorge. Abrüstung statt Aufrüstung – Investition in die Bereiche, die uns wirklich schützen – das bleibt unsere Botschaft.

„Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln, Schaffung einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit“ – das war und ist die Verpflichtung des „Schwurs von Buchenwald“ vom 19. April 1945. Wir erinnern an die Frauen und Männer, die – unter Einsatz ihres Lebens – die Befreiung ermöglicht haben. In ihrem Sinne handeln wir heute gemeinsam gegen Neofaschismus, Rassismus und Antisemitismus, gegen Krieg und deren gesellschaftlichen Wurzeln.

Gemeinsames öffentliches Gedenken
am 8. Mai 2022, um 11:15 h
im Mahnmal für die Opfer des Faschismus,
Kassel, Fürstengarten, Weinbergstraße

Es rufen auf:
Deutscher Gewerkschaftsbund, Kreisverband Kassel, Kasseler Friedensforum, Naturfreunde Kassel, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)

Nazischmierereien in Kassel

11. April 2022

Heute wurde in der Presse eine Polizeimeldung zu Nazischmierereien vom Wochenende in Kassel verbreitet. Offenbar fühlt sich – im Vorfeld von Hitlers Geburtstag – die Kasseler Neonazi-Szene mal wieder veranlasst, ihre verbrecherische Gesinnung mit den faschistischen Symbolen an der Kasseler Uferpromenade unter Beweis zu stellen. Die VVN-BdA verurteilt in aller Schärfe solche Provokationen und erwartet ein klares Handeln der dafür zuständigen Sicherheitsbehörden.

In derselben Nachricht der Kasseler Polizei findet man den Hinweis, dass auch das „Z“-Symbol an vier Stellen gesprüht worden sei, so als habe das eine mit dem anderen zu tun. Das ist weder logisch, noch inhaltlich nachvollziehbar. Wer durch das „Z“-Symbol den russischen Angriff auf die Ukraine unterstützt, wird zumindest wissen, dass Russland seinen Krieg mit einer „Entnazifizierung“ der Ukraine begründet. Dass die gleichen Personen nazistische Symbole sprühen sollten, ist nicht anzunehmen.

Auch die Kasseler Neonazis dürften eher Sympathie für das faschistische Asow-Bataillon oder die Verherrlicher des NS-Kollaborateures Bandera zeigen, und weniger für die Armee, die nach ihrem eigenen Anspruch dagegen vorgeht.  

Die in der Polizeimeldung gezogene Verbindung erweckt daher den Eindruck, dass entweder die Verantwortlichen für die strafbaren faschistischen Symbole nicht bei den wirklichen Tätern gesucht werden sollen, oder dass man die Nazi-Symbole durch den Hinweis auf das – in Hessen bislang noch nicht strafbare – „Z“-Symbol zu relativieren versucht.

Beide Perspektiven erfüllen uns mit Sorge, dass eine ernsthafte Strafverfolgung in diesen Zeiten nur schwer zu erwarten ist.

Ukraine Friedenskundgebung Kassel, 12.03.2022

12. März 2022

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Auf der vom Kasseler Friedensbündnis organisierten Aktion am 12.03.2022, an der mehrere hundert Menschen teilnahmen, wurde von der VVN-BdA nachfolgender Redebeitrag gehalten:

Ich spreche hier für die Kasseler Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), einer Organisation, die seit 75 Jahren die Losung „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ ausgehend von den grausamen Erfahrungen ihrer Mitglieder, den Frauen und Männern aus Verfolgung und Widerstand, mit Leben erfüllt.

Im Sinne der Losung: „Nie wieder Krieg!“ haben wir vom ersten Tag an diesen völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine verurteilt. Wir haben gefordert: „Die Waffen nieder“ und „Rückzug der Truppen.“ Unsere klare Botschaft war und ist: „Kriege lösen keine Probleme – Deeskalation und Verhandlungen sind das Gebot der Stunde.“

Daher lehnen wir eindeutig jegliche Waffenlieferung in die Ukraine ab. Sie helfen nicht den Menschen, sie sind nur Brandbeschleuniger für diesen Krieg.

Für uns ist die Losung „Nie wieder Krieg!“ untrennbar verbunden mit der Losung „Nie wieder Faschismus!“. Daher sind wir auch nicht bereit, uneingeschränkte Solidarität mit der heutigen Ukraine zu üben.

Noch Anfang Februar 2022 haben uns unsere ukrainischen Freunde vom Antifaschistischen Komitee, der jüdischen Gemeinschaft und dem ukrainischen Kriegsveteranenverband der Kämpfer des „Großen Vaterländischen Krieges“ dramatische Bilder und Berichte über massiven Antisemitismus, nationalistische Bandera-Verherrlichung, den Terror der neofaschistischen Schlägerbande des „Pravi Sektors“ und das gewalttätige Auftreten des „Azow“ Bataillons, das sich in der „heroischen Tradition“ der ukrainischen Nazi-Kollaborateure versteht, übermittelt.

Nein, mit solchen Kräften kann es keine Solidarität geben.

Solidarisch sind wir aber mit der ukrainischen Zivilbevölkerung, die durch diesen Krieg – nach den Auseinandersetzungen im Bürgerkrieg nach dem Maidan 2014 – ein weiteres Mal grausam in Mitleidenschaft gezogen wird, wenn sie sich zwischen den Kampflinien befindet und entweder als menschliche Schutzschilde missbraucht oder durch russische Raketenangriffe um ihr Hab und Gut, ihre Wohnungen oder gar um ihr Leben gebracht wird. Diese Menschen brauchen unsere Solidarität und Hilfe.

Daher begrüßen wir die Bereitschaft zur Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine ohne jegliche Einschränkungen. Niemand, der vor Krieg flüchtet – und zwar egal, wo dieser Krieg stattfindet –, darf zurückgewiesen werden.

Wenn wir nach vorne blicken, dann erklären wir als VVN-BdA:

Wir fordern sämtliche Staaten dazu auf, endlich die todbringende Spirale von Rüstung und Gegenrüstung zu durchbrechen und Maßnahmen der Entspannung einzuleiten! Dazu brauchen wir keine 100 Mrd. Aufrüstung in Deutschland!

Wer eine Deeskalation der Lage will, muss zurückkehren zu Verhandlungen und vertrauensbildenden Maßnahmen zwischen NATO und Russland.

Nicht Waffenexporte und Aufrüstung der ukrainischen Armee schaffen Frieden, sondern nur die Schaffung einer gemeinsamen Sicherheitsarchitektur, die die Interessen aller europäischen Staaten berücksichtigt, wie es 1975 in der Koferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE) schon einmal gelungen ist.

Es geht um die Wiederherstellung der Prinzipien des Völkerrechts in den internationalen Beziehungen, die von den Vereinten Nationen schon 1945 formuliert wurden. Dies ist aktueller denn je. Dafür müssen sich die Friedenskräfte in allen europäischen Ländern lautstark einsetzen.

Damit schaffen wir Frieden für die Menschen in der Ukraine!

HNA berichtet über die VVN

8. Februar 2022

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Im Zusammenhang mit der rechten Kampagne gegen die Bundesinnenministerin Nancy Faeser – losgetreten von der „jungen Freiheit“ – und orchestriert von der Springerpresse, der CDU und der AfD wurde natürlich auch die VVN-BdA angegriffen. Interessanterweise haben verschiedene Medien sich in dieser Auseinandersetzung die Mühe gemacht, tatsächlich mal nachzuarbeiten, wer bzw. was die VVN-BdA heute tatsächlich ist. Und dabei sind interessante Zeitungsartikel erschienen. Auch die HNA hat sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, wie man an diesem Text vom 9. Februar 2022, S. 2, Lokalteil, sehen kann.

Kassel erinnert am 27. Januar

30. Januar 2022

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Die VVN-BdA rief als öffentliche Aktion zu einer Mahnwache am Mahnmal „Die Rampe“ (Moritzstraße/ Universitätsplatz) auf. Das Mahnmal von Nele Bode, das 1985 errichtet, jedoch 1992 von Neonazis bei einem Brandanschlag beschädigt wurde, ist heute ein öffentliches Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus. Trotz hoher Inzidenz und regnerischem Wetter erinnerten 35 jüngere und ältere Antifaschist*innen mit Blumen und Transparenten an die Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee und gedachten gleichzeitig aller Opfer faschistischer Verfolgung. In der kurzen Ansprache wurden auch die jüdischen Menschen benannt, die seit Dezember 1941 aus Nordhessen in die Ghettos und Vernichtungslager verschleppt wurden.

Die Mahnwache an der „Rampe“, Foto Klaus Brocke

VVN erinnert an den Tag der Befreiung von Auschwitz

25. Januar 2022

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Trotz Corona und hoher Inzidenz wollen wir auch in diesem Jahr den 27. Januar als Gedenktag nicht ungenutzt vorbeigehen lassen. Ich habe heute im Namen der VVN-BdA eine Mahnwache am 27. Januar von 15:00 bis 16:00 Uhr wieder an dem Mahnmal „Die Rampe“ (Moritzstraße/ Universitätsplatz) angemeldet. Wir wollen uns dort mit Blumen und Transparenten öffentlich zeigen und damit sichtbar die Erinnerung an das historische Ereignis, die Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee als Teil der Anti-Hitler-Koalition, begehen und damit aller Opfer faschistischer Verfolgung gedenken. Gleichzeitig ist das für uns auch ein öffentliches Signal gegen Rassismus und Antisemitismus.

Wir laden also alle, die es einrichten können, ein, zu dieser Mahnwache zu kommen. Denkt aufgrund der Corona-Entwicklung an Mund-Nasen-Bedeckung und Abstandhalten – das sind wir uns und dem solidarischen Umgang mit anderen schuldig.

Schon im vergangenen Jahr haben wir mit einer kleinen, aber sichtbaren Aktion an dieses historische Datum erinnert.

Zu den Antisemitismus-Vorwürfen gegen die documenta15

15. Januar 2022

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Kreisvereinigung Kassel drückt ihre volle Solidarität mit dem Kuratoren-Team und den Macher*innen der documenta15 gegen die in den Medien kolportierten unverantwortlichen Antisemitismus-Vorwürfe aus. Auf der Basis wilder Spekulationen und unzureichend recherchierter Thesen werden die Macher einer Weltausstellung zeitgenössischer Kunst, die den Ruf Kassels in die Welt trägt, denunziert.

Wir müssen es seit Jahren erleben, dass Kritik an israelischer Regierungspolitik in Deutschland pauschal unter den Antisemitismus-Vorwurf gestellt wird. Dass die Akteure des „Bündnis gegen Antisemitismus“ nun auch die documenta15 anzählen würden, war fast schon zu erwarten, da die Kuratoren auch ein Künstlerteam aus Palästina zur documenta15 eingeladen haben.

Es ist jedoch in keiner Weise akzeptabel, wenn Vertreter der regionalen und überregionalen Presse mit mehrseitigen Berichten in das gleiche denunziatorische Horn stoßen. Es ist ein journalistisches Armutszeugnis, wenn einfach nur die Vorwürfe seitenweise abgeschrieben werde, ohne – wie in dem seriösen Beitrag des Monopol-Magazins geschehen – zu hinterfragen, auf welcher Faktenlage solche Anschuldigungen erhoben werden.

Hier zeigt sich einmal mehr, wie schwer sich die Kasseler „Kunstwelt“ mit der Verschiebung der eurozentrierten Perspektive der documenta tut. Hatte man schon bei der documenta14 den politischen Anspruch, der sich aus der Perspektiverweiterung nach Athen ergab, mit teils unterirdischer Kritik missbilligt, versucht man diesmal die Kuratoren der documenta15 mit der „Antisemitismus-Keule“ gefügig zu machen.

Dagegen verwahren wir uns in aller Scharfe. Wir haben in allen vorbereitenden Gesprächen erleben können, dass diese documanta15 eine klare antirassistische Ausrichtung hat. Es ist eines der Ziele dieser documenta15, eine breite Einbindung gesellschaftlicher Kräfte zur Förderung der Anerkennung von Diversität zu leisten. Damit wird die Kunstausstellung zur Weiterentwicklung der Stadtgesellschaft beitragen.

Wir erwarten von der Stadt, dem Land und den anderen Aufsichtsgremien der documenta, dass sie sich gegen diese Denunziationen unterstützend auf die Seite des Kuratoren-Teams stellen.

80 Jahre Deportation nach Riga

5. Dezember 2021

Wie auf unserer Kreismitgliederversammlung besprochen, laden wir herzlich zur Teilnahme an dem Gedenkgang zur Erinnerung an die Deportation jüdischer Menschen aus Nordhessen vor 80 Jahren ein. Nachfolgend die Einladung vom Verein „Stolpersteine in Kassel“ zu dieser Aktion:

Am 09. Dezember 1941  fand die erste Deportation von jüdischen Familien aus Kassel und dem Umland in das Ghetto Riga (Lettland ) statt. Von den über 1025 Männern, Frauen und Kindern haben nur etwas mehr als 100 Menschen überlebt. Alle anderen wurden ermordet.Anlässlich des 80. Jahrestages wollen wir der Opfer mit einem  Schweigemarsch gedenken. Der Verein „Stolpersteine in Kassel e.V.“ und die Regionalgruppe Nordhessen-Südniedersachsen „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“ rufen deshalb zusammen mit weiteren  Initiativen zu diesem Schweigemarsch für den 09. Dezember 2021 um 17:00 Uhr in der Schillerstraße an der Arnold-Bode-Schuleauf.Dort befand sich das Sammellager für die Deportierten aus dem Regierungsbezirk Kassel. Thomas Ewald wird kurz in das Thema einführen. Wir werden dann den Weg zum Gleis 13/14 im Hauptbahnhof gemeinsam gehen. Am Mahnmal „Gedächtnis der Gleise“  findet im Anschluss um 17:45 Uhr eine  Gedenkveranstaltung der Stadt Kassel statt. Wir wollen damit der Opfer gedenken, dafür eintreten, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholen, und zeigen, dass wir jeder Form von Rassismus, Antisemitismus, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit aktiv entgegentreten.

Ein abschließender Hinweise: Da es sich um einen Gedenk- und Schweigemarsch handelt, wird darum gebeten, auf Organisationsfahnen und Transparente zu verzichten.

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