„Vor den Augen dieser Stadt“

6. November 2012

Etwa 40 Teilnehmende beteiligten sich an dem traditionellen Gedenkgang der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) vom Rathaus zur ehemaligen Synagoge zur Erinnerung an den 74. Jahrestag der Pogromnacht und die damit verbundenen Verbrechen gegen jüdische Bürger dieser Stadt.

„Unsere Erinnerung ist verbunden mit der Warnung vor Antisemitismus und Rassismus heute. Wenn wir heute an die Reichspogromnacht erinnern, dann erinnern wir auch daran, dass vor genau einem Jahr der neofaschistische Terror in Form der NSU öffentlich geworden ist, ein Terror, der hier in Kassel mit Halit Yozgat im Jahre 2006 eines seiner 10 Todesopfer gefunden hat,“ betonte Dr. Ulrich Schneider für die VVN-BdA bei der Auftaktkundgebung. Niemand wolle das staatlich organisierte Verbrechen vor 74 Jahren und die darauf folgende Massenvernichtung mit dem neofaschistischen Terror heute gleichsetzen, aber der Terror der NSU und die anderen über 180 Opfer der rassistischen Politik in unserem Lande seit 1990 zeigten, dass Rassismus und Antisemitismus keine historischen Phänomene sind, sondern eine gegenwärtige Bedrohungen unserer demokratischen Gesellschaft und der hier lebenden Menschen, die als Fremde angesehen werden, bedeuten. Zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung gehöre es, dass man sich mit den Wurzeln und Traditionen des Antisemitismus auch in dieser Stadt auseinandersetze. Aus diesem Grund führe man alljährlich einen solche Gedenkgang auf den Spuren von Ausgrenzung, Verfolgung und Deportation durch, dieses Jahr mit Blick auf die 1100 Jahr-Feier. Denn auch dieses Thema gehöre in das Stadtjubiläum, betonte Dr. Schneider.

Peter Gingold, Paris – Boulevard St.Martin No. 11

28. September 2012

Aus dem Leben eines jüdischen Antifaschisten und Kommunisten

29.09.2012

Lesung

Peter Gingold, Paris – Boulevard St.Martin No. 11

Aus dem Leben eines jüdischen Antifaschisten und Kommunisten

Peter Gingold (1916 – 2006) war einer der profiliertesten jüdischen Wider-standskämpfer und Kommunisten in der Bundesrepublik. Unter dem Titel „Paris – Boulevard St. Martin No. 11“ erschienen im PapyRossa-Verlag Köln seine autobiographischen Aufzeichnungen, aus denen an diesem Abend gelesen wird.

Samstag, 29. September 2012, 19.30 h

Museums-Café, Kurbad Jungborn, Sternstraße 20, 34123 Kassel

Das Kurbad Jungborn liegt auf der östlichen Fuldaseite an der Drahtbrücke.

Silvia Gingold und Ulrich Schneider lesen an diesem Abend aus den Erinnerungen von Peter Gingold. Im Kriegsjahr 1916 wurde Peter Gingold in eine jüdische Familie geboren. Als Jugendlicher erlebte er den aufkommenden Faschismus, den Antisemitismus in Frankfurt/Main, schloss sich der Arbeiterjugendbewegung an und nahm teil am ersten Widerstand gegen das faschistische Hitlerregime. Im Sommer 1933 emigrierte er mit seiner Familie ins Exil nach Paris, erlebte Existenzkampf und die Angst vor Abschiebung der Emigranten. Nach der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht schlossen er und seine Frau Ettie sich dem Widerstand in den Reihen der Résistance an. Peter Gingold wurde verhaftet und es gelang ihm in einer unglaublichen Flucht, den Fängen der Gestapo zu entkommen. Er nahm am Aufstand zur Befreiung von Paris teil und erlebte den 8. Mai 1945 in Turin mit der italienischen Resistenza. Zurückgekehrt nach Deutschland gestaltete er dort den politischen Neu-anfang aktiv mit. Doch dann erlebten er und seine Familie fast drei Jahr-zehnte erneute Verfolgung, Ausbürgerung und Berufsverbot.

Samstag, 29. September 2012, 19.30 h Museums-Café, Kurbad Jungborn, Sternstraße 20, 34123 Kassel Das Kurbad Jungborn liegt auf der östlichen Fuldaseite an der Drahtbrücke. Silvia Gingold und Ulrich Schneider lesen an diesem Abend aus den Erinnerungen von Peter Gingold. Im Kriegsjahr 1916 wurde Peter Gingold in eine jüdische Familie geboren. Als Jugendlicher erlebte er den aufkommenden Faschismus, den Antisemitismus in Frankfurt/Main, schloss sich der Arbeiterjugendbewegung an und nahm teil am ersten Widerstand gegen das faschistische Hitlerregime. Im Sommer 1933 emigrierte er mit seiner Familie ins Exil nach Paris, erlebte Existenzkampf und die Angst vor Abschiebung der Emigranten. Nach der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht schlossen er und seine Frau Ettie sich dem Widerstand in den Reihen der Résistance an. Peter Gingold wurde verhaftet und es gelang ihm in einer unglaublichen Flucht, den Fängen der Gestapo zu entkommen. Er nahm am Aufstand zur Befreiung von Paris teil und erlebte den 8. Mai 1945 in Turin mit der italienischen Resistenza. Zurückgekehrt nach Deutschland gestaltete er dort den politischen Neu-anfang aktiv mit. Doch dann erlebten er und seine Familie fast drei Jahr-zehnte erneute Verfolgung, Ausbürgerung und Berufsverbot.

Abschied von einem Antifaschisten

geschrieben von U. Schneider

5. September 2012

Am 18. August 2012 verstarb Heinrich Rausch im Alter von 92 Jahren. Am 6. September fand in Ahnatal-Weimar die Trauerfeier statt.

Die Trauerhalle auf dem Weimarer Friedhof war nicht groß genug, um alle Trauergäste zur Beisetzungsfeier von Heinrich Rausch zu fassen. Das zeigte einmal mehr, wie angesehen er als Kommunist, Antifaschist, Mitbürger und Nachbar in der Gemeinde war. In einer Ansprache würdigte der Kreisvorsitzende der VVN-BdA, Dr. Ulrich Schneider, den Verstorbenen und zeichnete seinen Lebensweg, die Herausforderungen in familiärer, beruflicher und politischer Hinsicht nach. Er machte deutlich, dass Heinrich Rausch trotz vieler Brüche und Schicksalsschläge optimistisch geblieben ist und sich in vielfältiger Weise für seine Familie und seine Mitmenschen engagiert hat. Seine Standhaftigkeit und Überzeugungstreue wird nicht zuletzt durch seine über 60-jährige Mitgliedschaft in der Gewerkschaft sichtbar. Die Würdigung endete mit den Sätzen: „Henner Rausch war ein wacher Zeitgenosse, der sich für seine Familie, seine Mitmenschen, seine Umwelt und die Lösung von Problemen des Lebens bis zuletzt interessierte und engagiert einsetzte. Er war in der Lage, trotz aller Widrigkeiten seinen Lebensmut zu bewahren und die Veränderungen zu bewältigen. Er war ein engagierter, warmherziger und optimistischer Mensch, der sich für seine Mitmenschen, seine Gemeinde und insbesondere für seine Familie eingesetzt hat. Er wird uns allen fehlen.“

Kassel erfolgreich gegen Nazi-Kundgebung

3. August 2012

Der Auftritt der NPD -„Deutschlandfahrt“ gestaltete sich auch in Kassel als Desaster der Nazis.

Am Samstag, den 4. August 2012, stellten sich gut 500 Menschen in Kassel – Bettenhausen der NPD entgegen, die mit ihrem Propaganda-LKW Nordhessen heimsuchte. Ein Bürgerbündnis, das alle im Stadtparlament vertretenen Parteien, Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften, ausländische Vereinigungen und die VVN-BdA umfasste, und dessen Aufruf von weiteren Initiativen, u.a. dem Kasseler Friedensforum, unterstützt wurde, führte eine kurze Auftaktkundgebung durch. Anwesend waren der SPD Oberbürgermeister, die hessische CDU – Wissenschaftsministerin, der Ortsbeiratsvorsitzende und zahlreiche Lokalpolitiker.

Lauthals und mit kreativen Lärminstrumenten wurde die NPD, die unter Einsatz eines großen Polizeiaufgebotes an ihren Standort gelangen konnte, von Bürgerbündnis und autonomer Antifa gemeinsam über eine Stunde daran gehindert, ihre Hassparolen hörbar an die Bevölkerung weiterzugeben. Nach 65 Minuten war der Nazispuk vorbei. Der Truck verließ mit allen angereisten Nazis die Stadt. Es war ein politisch breiter, friedlicher und erfolgreicher Protest.

Problematisch war allein das Verhalten der Polizei, die mit zwei Hundertschaften anwesend sich nicht scheute, einen Gewerkschaftssekretär präventiv in Gewahrsam zu nehmen, um der NPD die Personendaten für eine mögliche Anzeige aushändigen zu können. Auch eine Person, die weniger frische Tomaten bei sich führte, wurde zur erkennungsdienstlichen Behandlung verhaftet und ins Polizeipräsidium verbracht.

Keinen Platz dem Nazi-Aufmarsch

3. August 2012

Gemeinsam gegen NPD-Deutschlandtour

04.08.2012

NPD in Kassel

Keinen Platz dem Nazi-Aufmarsch

Gemeinsam gegen NPD-Deutschlandtour

Wie bekannt wurde, hat die NPD mit ihrer rassistischen „Deutschland-Tour“ am Samstag einen Auftritt in Kassel angemeldet. Das „Bündnis gegen Rechts“ und die mit ihm verbundenen Organisationen und Initiativen protestiert in aller Schärfe gegen diese Provokation und fordert die Stadt Kassel auf, diesen Auftritt nicht zu genehmigen.

Es kann nicht angehen, dass in einer Stadt, in der anlässlich der documenta 13 die Welt zu Gast ist, nationalistische Provokateure einen Raum zum Auftreten erhalten sollen. Es kann nicht angehen, dass an diesem Samstag, an dem die Kasseler Bürger in Gemeinsamkeit und Vielfalt das traditionelle Volksfest Zissel im gesamten Stadtgebiet feiern, solche Auftritte schlimmstenfalls noch durch Polizeieinsatz ermöglicht werden.

Es ist sicher, das Kasseler „Bündnis gegen Rechts“ wird der angekündigten NPD-Provokation nicht tatenlos gegenüberstehen. Wir rufen schon jetzt alle Antifaschisten und engagierten Kasseler Bürger auf, der NPD lautstark und deutlich sichtbar entgegenzutreten.

Samstag, 04. August 2012, 15.00

Bettenhausen, Leipziger Platz

In der HNA wird berichtet dass die Nazis am Samstag um 16.00 h auf dem Leipziger Platz in Bettenhausen auftreten wollen. Eigentlich ist bereits das der erste Erfolg, da sie weder in die Innenstadt, noch am Bahnhof Wilhelmshöhe bzw. an der Stadthalle (was sie ursprünglich angekündigt hatten) ihre Aktion durchführen können. Dann werden wir uns halt etwas in den Kasseler Osten bewegen müssen. Außerdem gibt es dort einige engagierte Gruppen von Migrantenorganisationen, die Nazis auch überhaupt nicht mögen. Ein überparteiliches Bündnis der Parteien des Stadtparlaments ruft zu einer Gegenaktion in der Burgstarße auf (das ist 50 Meter vom Leipziger Platz entfernt). Die NPD kommt nicht durch – das Flaggschiff geht auch in Kassel baden!

Samstag, 04. August 2012, 15.00 Bettenhausen, Leipziger Platz In der HNA wird berichtet dass die Nazis am Samstag um 16.00 h auf dem Leipziger Platz in Bettenhausen auftreten wollen. Eigentlich ist bereits das der erste Erfolg, da sie weder in die Innenstadt, noch am Bahnhof Wilhelmshöhe bzw. an der Stadthalle (was sie ursprünglich angekündigt hatten) ihre Aktion durchführen können. Dann werden wir uns halt etwas in den Kasseler Osten bewegen müssen. Außerdem gibt es dort einige engagierte Gruppen von Migrantenorganisationen, die Nazis auch überhaupt nicht mögen. Ein überparteiliches Bündnis der Parteien des Stadtparlaments ruft zu einer Gegenaktion in der Burgstarße auf (das ist 50 Meter vom Leipziger Platz entfernt). Die NPD kommt nicht durch – das Flaggschiff geht auch in Kassel baden!

„Ich war neunzehn“ von Konrad Wolf

7. Mai 2012

Filmveranstaltung der VVN-BdA Kassel

08.05.2012

Tag der Befreiung – 8./9.Mai – Tag des Sieges 1945 – 2012

„Ich war neunzehn“ von Konrad Wolf

Filmveranstaltung der VVN-BdA Kassel

Die Erinnerung an die Befreiung von Faschismus und Krieg durch die Niederwerfung der faschistischen Truppen ist ein zentrales Thema in der deutschen Geschichtsdebatte. Die VVN-BdA will an diesem Datum zu dieser Debatte einen eigenen Beitrag leisten.

Wir zeigen den DEFA – Film „Ich war neunzehn“ von Konrad Wolf.

Dienstag, 08. Mai 2012, 19.00

Cafe Buch-Oase, Germaniastraße 14

Dies ist keine kommerzielle Veranstaltung, der Eintritt ist frei. Die Veranstalter behalten sich vor, Personen aus dem extrem rechten Umfeld von der Veranstaltung auszuschließen.

Der Film zeigt die Geschichte eines jungen Deutschen, Gregor Hecker, der mit seinen Eltern vor den Nationalsozialisten nach Moskau geflüchtet war und im Frühjahr 1945, als Leutnant der Roten Armee nach Deutschland zurückkehrt.

In einer Rezension zur Fernsehausstrahlung im Jahre 2006 heißt es: „Es ist in erster Linie ein Film über menschliches Verhalten, Denken in jener Zeit, sehr subtil, genau beobachtet, sich über viele Details vermittelnd und atmosphärisch dicht sowie emotional eindringlich – so entsteht ein plastisches Mosaik jener letzten Kriegstage.“ Stephan Hermlin urteilte: „Ich war neunzehn ist unter allen Kriegsfilmen der am meisten beredte und der verschwiegenste“.

Nach der Filmvorführung besteht die Gelegenheit zu einer gemeinsamen Nachbetrachtung.

Dienstag, 08. Mai 2012, 19.00 Cafe Buch-Oase, Germaniastraße 14 Dies ist keine kommerzielle Veranstaltung, der Eintritt ist frei. Die Veranstalter behalten sich vor, Personen aus dem extrem rechten Umfeld von der Veranstaltung auszuschließen. Der Film zeigt die Geschichte eines jungen Deutschen, Gregor Hecker, der mit seinen Eltern vor den Nationalsozialisten nach Moskau geflüchtet war und im Frühjahr 1945, als Leutnant der Roten Armee nach Deutschland zurückkehrt. In einer Rezension zur Fernsehausstrahlung im Jahre 2006 heißt es: „Es ist in erster Linie ein Film über menschliches Verhalten, Denken in jener Zeit, sehr subtil, genau beobachtet, sich über viele Details vermittelnd und atmosphärisch dicht sowie emotional eindringlich – so entsteht ein plastisches Mosaik jener letzten Kriegstage.“ Stephan Hermlin urteilte: „Ich war neunzehn ist unter allen Kriegsfilmen der am meisten beredte und der verschwiegenste“. Nach der Filmvorführung besteht die Gelegenheit zu einer gemeinsamen Nachbetrachtung.

Unsere Opfer zählen nicht.

2. Mai 2012

Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg

03.05.2012

Ausstellung in der VHS-Kassel

Unsere Opfer zählen nicht.

Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg

Donnerstag, 03. Mai 2012, 08.00 – 21.30

Foyer des Kreishauses, Wilhelmshöher Allee 21,

Die Ausstellung wird vom 03.05. bis 31.05.2012 zu sehen sein.

Millionen Soldaten aus Afrika, Asien und Ozeanien haben im Zweiten Weltkrieg gekämpft, um die Welt vom deutschen und italienischen Faschismus sowie vom japanischen Großmachtwahn zu befreien. Sowohl die faschistischen Achsenmächte als auch die Alliierten rekrutierten in ihren Kolonien Hilfstruppen und Hilfsarbeiter oftmals mit Gewalt. Hunderttausende Frauen waren Opfer sexueller Gewalt. Rekruten aus den Kolonien mussten sich mit weniger Sold, schlechteren Unterkünften und geringeren Kriegsrenten als ihre „weißen Kameraden“ zufrieden geben. Weite Teile der Dritten Welt dienten auch als Schlachtfelder und blieben nach Kriegsende verwüstet und vermint zurück. Fakten wie diese kommen in der hiesigen Geschichtsschreibung bislang kaum vor. Die Ausstellung und das Begleitprogramm dazu erinnern daran. Projekträger ist mit recherche international e.V. ein gemeinnütziger Verein, der 1999 gegründet wurde und seitdem in Kooperation mit einem Team von Autoren und Autorinnen aus de, Rheinischen JournalistInnenbüro in Köln Publikationen zum Thema herausgegeben sowie die Wanderausstellung konzipiert und realisiert hat. In Kassel werden Ausstellung und Begleitprogramm von den Fachgebieten Internationale und intergesellschaftliche Beziehungen und Didaktik der Geschichte der Universität Kassel gemeinsam mit der vhs Region Kassel präsentiert in Kooperation mit der RAG Nordhessen-Südniedersachsen, Gedenkstätte Breitenau, Deutsch-Israelische Gesellschaft, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschisten.

Donnerstag, 03. Mai 2012, 08.00 – 21.30 Foyer des Kreishauses, Wilhelmshöher Allee 21, Die Ausstellung wird vom 03.05. bis 31.05.2012 zu sehen sein. Millionen Soldaten aus Afrika, Asien und Ozeanien haben im Zweiten Weltkrieg gekämpft, um die Welt vom deutschen und italienischen Faschismus sowie vom japanischen Großmachtwahn zu befreien. Sowohl die faschistischen Achsenmächte als auch die Alliierten rekrutierten in ihren Kolonien Hilfstruppen und Hilfsarbeiter oftmals mit Gewalt. Hunderttausende Frauen waren Opfer sexueller Gewalt. Rekruten aus den Kolonien mussten sich mit weniger Sold, schlechteren Unterkünften und geringeren Kriegsrenten als ihre „weißen Kameraden“ zufrieden geben. Weite Teile der Dritten Welt dienten auch als Schlachtfelder und blieben nach Kriegsende verwüstet und vermint zurück. Fakten wie diese kommen in der hiesigen Geschichtsschreibung bislang kaum vor. Die Ausstellung und das Begleitprogramm dazu erinnern daran. Projekträger ist mit recherche international e.V. ein gemeinnütziger Verein, der 1999 gegründet wurde und seitdem in Kooperation mit einem Team von Autoren und Autorinnen aus de, Rheinischen JournalistInnenbüro in Köln Publikationen zum Thema herausgegeben sowie die Wanderausstellung konzipiert und realisiert hat. In Kassel werden Ausstellung und Begleitprogramm von den Fachgebieten Internationale und intergesellschaftliche Beziehungen und Didaktik der Geschichte der Universität Kassel gemeinsam mit der vhs Region Kassel präsentiert in Kooperation mit der RAG Nordhessen-Südniedersachsen, Gedenkstätte Breitenau, Deutsch-Israelische Gesellschaft, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschisten.

Auf den Spuren von Widerstand und Verfolgung in Kassel

26. April 2012

27.04.2012

Antifaschistischer Stadtspaziergang

Auf den Spuren von Widerstand und Verfolgung in Kassel

Geschichte wird dann anschaulich, wenn es gelingt sie zu verorten. Dazu findet ein Stadtrundgang auf den Spuren der Geschichte der Arbeiterbewegung und Antifaschismus durch Kassel statt. Die rassistische Ausgrenzung jüdischer Bürgerinnen und Bürger wird ebenso sichtbar wie das Handeln der Arbeiterparteien gegen den aufkommenden Faschismus. Nicht zuletzt die Folgen der faschistischen Kriegspolitik begegnen einem an vielen Stellen der Stadt. Wir wollen erinnern, indem wir dieses öffentlich machen. Im Anschluss wird es die Möglichkeit geben, sich miteinander auszutauschen.

Freitag, 27. April 2012, 16.30

DGB-Haus, Spohrstraße 6

Die VVN-BdA Kreisvereinigung Kassel unterstützt diese Aktion. Der Rundgang dauert ca. 2 Stunden.

Der Kasseler Jugendring, die Falken und die DGB-Jugend möchten Euch einladen, am Freitag, den 27.04. um 16.30 Uhr an einem antifaschistischen Stadtspaziergang durch Kassel teilzunehmen. Dieser wird geleitet von Uli Schneider, einem engagierten Antifaschisten und Historiker aus Kassel. Eine Beschreibung der Veranstaltung findet ihr unten. So kurz vorm 1. Mai wird sicher deutlich werden, warum wir am Tag der Arbeit auch gegen Rassismus und Faschismus auf die Straße gehen.

Treffpunkt ist um 16.30 Uhr am Kasseler Gewerkschaftshaus in der Spohrstaße. Bitte meldet Euch für die Veranstaltung unter jugendbuero-nordhessen@dgb.de an. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos. Macht bitte in Euren Betrieben, Schulen, auf facebook, etc. Werbung für diese Veranstaltung.

Der Stadtrundgang ist der Auftakt für die Veranstaltungsreihe „BUNT! – Kasseler Jugendverbände gegen Rassismus“, die von KJR, Falken und DGB-Jugend organisiert wird. Wir setzen damit bewusst ein Zeichen gegen Rechts und reagieren damit auf die schrecklichen Ereignisse rund um die Ermordung von Halit Yozgat, sowie auf die massive und aggressive Präsenz der Neonazis in vielen Kasseler Stadtteilen. Das vollständige Programm sende ich Euch in den kommenden Tagen zu.

Freitag, 27. April 2012, 16.30 DGB-Haus, Spohrstraße 6 Die VVN-BdA Kreisvereinigung Kassel unterstützt diese Aktion. Der Rundgang dauert ca. 2 Stunden. Der Kasseler Jugendring, die Falken und die DGB-Jugend möchten Euch einladen, am Freitag, den 27.04. um 16.30 Uhr an einem antifaschistischen Stadtspaziergang durch Kassel teilzunehmen. Dieser wird geleitet von Uli Schneider, einem engagierten Antifaschisten und Historiker aus Kassel. Eine Beschreibung der Veranstaltung findet ihr unten. So kurz vorm 1. Mai wird sicher deutlich werden, warum wir am Tag der Arbeit auch gegen Rassismus und Faschismus auf die Straße gehen. Treffpunkt ist um 16.30 Uhr am Kasseler Gewerkschaftshaus in der Spohrstaße. Bitte meldet Euch für die Veranstaltung unter jugendbuero-nordhessen@dgb.de an. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos. Macht bitte in Euren Betrieben, Schulen, auf facebook, etc. Werbung für diese Veranstaltung. Der Stadtrundgang ist der Auftakt für die Veranstaltungsreihe „BUNT! – Kasseler Jugendverbände gegen Rassismus“, die von KJR, Falken und DGB-Jugend organisiert wird. Wir setzen damit bewusst ein Zeichen gegen Rechts und reagieren damit auf die schrecklichen Ereignisse rund um die Ermordung von Halit Yozgat, sowie auf die massive und aggressive Präsenz der Neonazis in vielen Kasseler Stadtteilen. Das vollständige Programm sende ich Euch in den kommenden Tagen zu.

Gedenken, Friedenskampf und Antifaschismus heute

geschrieben von Silvia Gingold

8. April 2012

Bei der traditionellen Zwischenkundgebung am Mahnmal für die Deportation in Kassel „Die Rampe“ hielt Silvia Gingold nachfolgende Rede:

Wenn ich an unserem traditionellen Stopp des Ostermarsches hier am Mahnmal „die Rampe“ diesen Güterwaggon sehe, muss ich an meine Tante Dora denken, die Schwester meines Vaters, Peter Gingold. Sie schrieb im Februar 1943: „Ich bin jetzt im verplombten Wagen. Es ist gar nicht so schlimm, wie man sich das vorstellt. Wir haben sogar sehr viel Luft von drei Gitterfenstern. Die Türen und Fenster sind aus ganz morschen Brettern. Ich hoffe, dass es ganz leicht sein wird, auszurücken… Macht Euch keine Sorgen um mich, bleibt mir gesund – wir werden uns zurückfinden, es wird schon alles gut werden. Es küsst Euch Eure Dora“. Das war Doras letztes Lebenszeichen. Seitdem fehlt von ihr jede Spur. Auf dem Transport von Paris nach Auschwitz in einem dieser Güterwaggons, gelang es ihr, diesen Brief, mit dem sie die Familie beruhigen wollte, aus dem Zug zu werfen. Dora wie auch ihr Bruder Leo, mein Onkel, der unter tragischen Umständen durch die Gestapo verhaftet wurde, gehörten zu den Hunderttausenden Juden, die nach qualvoller Fahrt an der Rampe in Auschwitz in den Tod geschickt wurden und entweder in den Gaskammern oder , geschwächt von Arbeit, Hunger und Kälte, ein qualvolles Ende fanden. Die in Kassel geborene Künstlerin Eva René Nele schuf in den 80er Jahren das Mahnmal mit dem Titel „Die Rampe – Ankunft und Ende“, um an die Deportationen, Selektionen und Vernichtung von Menschen durch die Faschisten, an das Leiden und Sterben vieler Kasseler Juden, an die Ausbeutung tausender Zwangsarbeiter durch die in Kassel ansässige Firma Henschel zu erinnern. Welch aktuelle Bedeutung ihr Mahnmal hier an diesem Ort heute wieder erlangen würde, hat sich die Künstlerin sicher so nicht vorstellen können. Bis hierher in die Kasseler Nordstadt führt die Blutspur der Neonazis, wo Halit Yozgat als 9. Opfer rassistischen Terrors ermordet wurde. Auf einmal gaben sich die politisch Verantwortlichen in unserem Land überrascht und entsetzt. Eine Verkettung von Fehlern und Pannen habe die rechtzeitige Aufklärung der Morde verhindert. Welch eine Heuchelei! Als ob die Neonazis vom Himmel gefallen wären. Als ob es keine Orte wie Solingen, Mölln, Hoyerswerda gegeben hätte, Orte, die stellvertretend für zigfache brutale rassistisch motivierte Angriffe auf Menschen in unserem Land stehen; als ob bei uns nicht seit Jahren der Boden für ein Klima des Ausländerhasses, der Angst vor „Überfremdung“ bereitet wurde; als ob ein in vielen Medien hoch gelobter Sarrazin diese Angst durch seine rassistischen und menschenverachtenden Thesen nicht noch weiter geschürt und angeheizt hätte. Als ob diese Morde nicht geschehen konnten, obwohl der Verfassungsschutz die Naziterroristen im Visier hatte. Vor diesem Verfassungsschutz muss die Verfassung geschützt werden! Denn von Anfang an machte sich dieses Amt die Erfahrungen von früheren Mitarbeitern von SS, Gestapo und NS-Geheimdiensten zunutze. Der ehemalige SS-Obersturmbannführer Kurt Lischka beispielsweise, der für die Deportation von 76.000 Juden aus Frankreich in Konzentrationslager verantwortlich war, konnte bis 1980 unbehelligt in der Bundesrepublik leben und war zeitweilig Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Und auch in der Regierung, der Verwaltung und Justiz, bei Polizei, Militär und Geheimdiensten nahmen nach 1945 in der Bundesrepublik ehemalige Nazifunktionäre wieder führende Positionen ein. Der Schriftsteller Bernt Engelmann stellte in den 70er Jahren fest: „Verblüffenderweise sitzen heute von den ehemaligen Führern der Terroristengruppe nur wenige hinter Gittern, aber etliche im Bundestag.“ Antifaschistische Widerstandskämpfer erklärten 1997 in einem „Appell an die Jugend“:„Als wir 1945 befreit waren, hielten wir es für unvorstellbar, dass ihr als Nachgeborene erneut mit Nazismus, Rassismus, mit auflebendem Nationalismus und Militarismus konfrontiert würdet“. Es war für sie auch unvorstellbar, dass diejenigen, die in der antifaschistischen Tradition der Widerstandskämpfer stehen, für ihr Engagement einmal bespitzelt, verhört, Berufsverbot bekommen würden, wie dies in den 70er Jahren tausendfach geschah. Und sie konnten es sich auch nicht vorstellen, dass Nazigegner, die sich den Neonazis in den Weg stellen, heute unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen, kriminalisiert, tausendfache Handy-Daten von ihnen gespeichert und sie Strafverfolgungen ausgesetzt werden, während die Polizei Aufmärsche der Neonazis schützt. Als meine Eltern, die in Frankreich in der Résistance gegen Hitler kämpften, später als Zeitzeugen oft gefragt wurden, ob sie angesichts dieses wieder erstarkenden Rassismus nicht resignieren, antworteten sie sinngemäß Hitler, Krieg und Auschwitz waren möglich, weil die Antifaschisten, die Demokraten, die Sozialdemokraten und Kommunisten nicht zusammenstanden… Erst im illegalen Widerstand, im Zuchthaus und KZ haben wir uns verständigt und niemanden mehr gefragt, wer er sei. Aber es war zu spät. Schrecklich waren die Folgen. Wiederholt unsere Fehler nicht, macht es besser als wir, steht zusammen! Die Faschisten sind nicht an die Macht gekommen, weil sie stärker waren als ihre Gegner, sondern weil wir uns nicht rechtzeitig zusammengefunden haben. Dafür gab es nur eine einzige Entschuldigung. Viele haben nicht gewusst, zu welchen Verbrechen der Faschismus fähig sein würde. Aber heute haben wir alle diese Erfahrung. Heute gibt es keine Entschuldigung, wenn wir nicht rechtzeitig die drohenden Gefahren von rechts stoppen.

Es ist gut, dass die Stadt Kassel den Platz vor dem Hauptfriedhof nach Halit Yozgat benennen will. Es ist gut, dass die 7 betroffenen Städte der Mordserie ein gemeinsames Zeichen gegen den Neonazi-Terror setzen wollen. „Nie wieder!“ lautet die gemeinsame Mahnung. „Nie wieder“ muss heißen: Den Neonazis darf keinen Fußbreit Raum gewährt werden, nicht in Kassel und nicht anderswo! Projekte gegen Nazis müssen gefördert und dürfen nicht durch die unsägliche Extremismusklausel behindert werden. Die NPD und alle rassistischen, antisemitischen und ausländerfeindlichen Aktivitäten müssen verboten werden.

Kasseler Bündnis gegen Rechts beteiligt sich wieder an Nazi-Blockaden in Dresden

6. Februar 2012

Ein breites und von verschiedenen gesellschaftlichen Verbänden, Parteien und Initiativen sowie von Einzelpersonen getragenes Bündnis ruft auch in diesem Jahr wieder dazu auf, Europas größten geplanten Nazi-Aufmarsch in Dresden am 18. Februar 2012 zu verhindern.

Wie in den vergangenen Jahren wird das Kasseler Bündnis gegen Rechts wieder mit zivilem Ungehorsam dafür sorgen, dass den Nazis kein Raum gegeben wird, ihre menschenverachtende Ideologie zu verbreiten. „Gerade in Anbetracht der jüngst aufgedeckten rassistischen Morde der NSU wird für uns Widerstand gegen faschistisches Gedankengut zur Pflicht. Unser antirassistischer Konsens basiert auf Solidarität und gewaltfreiem Widerstand gegen Ungerechtigkeit und Ausgrenzung. Der Schutz der Demokratie und unser Engagement gegen Neonazis verbindet uns“, so das Kasseler Bündnis gegen Rechts in einer gemeinsamen Erklärung. Der zivilgesellschaftliche Widerstand verhinderte im letzten Jahr erfolgreich den Naziaufmarsch. Anstatt dies als Erfolg der Demokraten zu würdigen, werden durch die sächsische Justiz Blockierende und „Rädelsführer“ verfolgt und Verfahren nach § 129 (Bildung einer kriminellen Vereinigung) eingeleitet. Angeklagt werden unter anderem der Jenaer Jugendpfarrer König, die Fraktionsvorsitzenden der Linken in Hessen, Sachsen und Thüringen sowie VertreterInnen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Das Bündnis gegen Rechts protestiert gegen diese Versuche der Kriminalisierung der legitimen Proteste. „Wir lassen uns in unserem antifaschistischen Engagement dadurch nicht einschränken,“ erklärt André Schönewolf, Jugendbildungsreferent beim DGB Nordhessen. Wie im vergangenen Jahr werden die DGB-Jugend, die Partei DIE LINKE., sowie die Jusos Busse organisieren, die von Nordhessen aus nach Dresden fahren werden. Informationen zur Busfahrt, zum Ticketverkauf und zu den Abfahrtzeiten sind über das DGB-Jugendbüro Nordhessen (Tel: 0160 – 8839648, E-Mail: jugendbuero-nordhessen@dgb.de) zu erhalten.

Ältere Nachrichten · Neuere Nachrichten